Wir haben heute unseren Internationalen Bootsschein vom Deutschen Segler-Verband und die aktuelle Zuteilungsurkunde von der Bundesnetzagentur erhalten. Damit sind unsere Schiffspapiere so gut wie vollständig.

                                

Der Internationale Bootsschein gilt für zwei Jahre als Eigentumsnachweis und muss dann verlängert werden. Die Zulassungsurkunde ist erforderlich für unsere Sendefunkanlagen und ist so lange gültig, bis sich etwas ändert.

Die aktuellen Bescheinigungen von der Kasko- und Bootshaftpflichtversicherung kommen im April, und da unsere Prüfbescheinigung für Flüssiggasanlagen nur bis zum April 2015 gültig ist, werden wir sie auch noch mal erneuern. In Deutschland ist sie zwar noch nicht Pflicht, aber in einigen anderen Ländern.

Pflicht für uns sind auch noch unsere Sportbootführerscheine und der Stempelabdruck, dass ich eine Prüfung nach dem Waffengesetz gemacht habe, um Signalmunition mitführen und bedienen zu dürfen. Für die UKW-Sprechfunkgeräte ist auch noch das Beschränkt gültige Funkbetriebszeugnis Pflicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unsere Führerscheine für Yachten sind für uns keine Pflicht, da wir keine Chartergäste mitnehmen werden. Den Ausweis über das Kleinfahrzeugkennzeichen vom Wasser- und Schifffahrtamt ist nur nötig, wenn wir in Deutschland auf Binnenwasserstraßen fahren wollen. Das war bis jetzt erst ein Mal vor vielen Jahren der Fall.

Die Standerscheine bestätigen die Eintragung in den Vereinsregistern, bei denen wir Mitglied sind. In Fällen, in denen der Internationale Bootsschein als Eigentumsnachweis nicht anerkannt wurde, hat auch schon mal der Standerschein von Trans-Ocean geholfen, da das Papier amtlicher wirkt und er vier- statt dreisprachig ist.

 

 

 

 

 

 

 

      

 

  

 

 

Die Baubescheinigung vom Germanischen Lloyd nehmen wir anstelle der CE-Konformitätserklärung mit, die bei neueren Schiffen Pflicht ist. Neuere Schiffe müssten auch noch einen Nachweis mitführen, dass die Einfuhrumsatzsteuer abgeführt worden ist. Für alle Fälle werden wir aber dafür auch noch eine Kopie unseres Kaufvertrages mitführen. Das sollte dann wirklich reichen. 

Sorry, ich habe noch die Crewliste vergessen, die normalerweise beim Einklarieren verlangt wird. Sie wird dann natürlich mit unserem Schiffsstempel versehen, damit sie wie ein offizielles Dokument wirkt.

Unsere neuen Reisepässe und die Impfausweise  dürfen wir bei unserer Abreise natürlich auch nicht vergessen.

 

 

 

   

   

 

    

 

 

 

Wir haben jetzt ein Standard-Solarpanel mit 100 Watt Leistung zum Einhängen in die Reling umgebaut. Mit den "Fensteraufstellern" lässt sich auch der Winkel zur Sonne einstellen.

Der Einsatz ist in erster Linie beim Ankern und bei Schwachwind, wenn der Windgenerator und das andere Solarpanel am Heck nicht genug Leistung bringen.

     

 

... aber zum Glück nicht bei uns, im Film "All is lost" mit Robert Redford ist alles verloren.

Wir haben uns gestern den Film "All is lost" mit Robert Redford angesehen und waren sehr beeindruckt. Es war im Kino die ganze Zeit über so still, dass wir uns noch nicht mal getraut haben, zu flüstern. Nach dem Filmende hat es auch lange gedauert, bis sich die ersten Zuschauer von ihren Sitzen erhoben. Sehenswerter Film.

Es ist zwar nicht sehr wahrscheinlich, dass uns all das so widerfährt, wie es dem Einhandsegler Robert Redford passiert ist, aber wir werden sicher auf unserer Reise an die eine oder andere Szene erinnert werden. Hoffentlich nicht an die schlimmsten - immerhin gab es auch schöne Sonnenauf- und -untergänge zu sehen!

Copyright: SquareOne/Universum

Wir haben in der Zwischenzeit die Zuteilung einer MMSI-Nummer beantragt, bei der unsere Schiffsdaten und Daten von Kontaktpersonen hinterlegt sind. Zur Aussendung dieser Nummer werden wir eine EPIRB-Funkboje kaufen, die im Seenotfall zusätzlich auch unsere Position über Satellit weltweit an SAR-Organisationen wie der DGzRS zur Einleitung von Hilfsmaßnahmen übermittelt. Auch unser neues stationäres UKW-Funkgerät und das zusätzliche schwimmfähige UKW-Handsprechfunkgerät können diese Nummer zusammen mit unserer Position an Schiffe in einem Umkreis von 30 Seemeilen senden. Auch unser stationärer AIS-Sender (Automatisches Identifizierungs System) verrät anderen Schiffen ständig unsere Position und unsere MMSI-Nummer.

Wenn wir dann im Seenotfall in unsere Rettungsinsel gehen müssten, hätten wir dann noch neben den Seenotmitteln, die Robert Redford benutzt hat, auch noch ein wassergeschütztes Satellitentelefon mit GPS, ein wasserdichtes Hand-UKW-Sprechfunkgerät mit GPS und digitalem Notruf sowie jeweils einen AIS-Sender mit MOB-Funktion (Mensch über Bord) an unseren Rettungswesten. So erhöht sich die Chance, von anderen Schiffen bemerkt zu werden.

Diese Sicherheitsausrüstung war für unsere Langfahrt auch schon vor dem Kinobesuch lange geplant.

 

 

 

Es ist soweit, ich darf jetzt auch ein UKW-Sprechfunkgerät mit einem Taster für eine Notfallmeldung betreiben! Es kann dann unsere Position, Rufnummer (MMSI) und wenn eingegeben, auch der Grund unseres Notfalls digital übermittelt werden.

Mit meinem alten grauen Lappen von 1990 darf ich nur Geräte betreiben, die diese Funktion nicht besitzen. Irgendwie so, als müsste man für ein Auto mit Navigationsgerät den Führerschein nochmal neu machen.

Ok, es gab mal eine Zeitspanne, da hätte ich nur eine Ergänzungsprüfung machen müssen, aber die Motivation hat gefehlt. Laut Statistik der DGzRS wird nach wie vor im Ernstfall überwiegend gleich zum Mikrofon gegriffen und nicht vorher für die digitale Meldung 5 Sekunden lang auf den Knopf gedrückt, während im Boot z. B. das Wasser immer höher steigt oder das Feuer immer bedrohlicher wird.

Naja, jetzt habe ich den Schein komplett neu gemacht, und es kann ja nicht schaden die theoretischen Funkverfahren wieder aktuell zu beherrschen, die in der Praxis allerdings ganz anders lauten. Greenhorns sagen: „Bremerhaven Fischereihafen Lock, hier ist Amazone, Amazone, Rufzeichen: Delta Juliet sieben null sechs fünf, bitte kommen.“ In der Praxis heißt das: „Doppelschleuse für Segelyacht Amazone, bitte kommen.“

Im Frühjahr will ich noch das UKW Binnenfunkzeugnis (UBI) machen, das ich für die Niederländischen Kanäle haben sollte. Dafür gibt es wieder andere Einstellungen am Funkgerät, andere Rufverfahren, andere Funkkanäle und eine andere Rufnummer (ATIS), als beim Seefunk.

Das große Funkzeugnis LCR (Long Range Certificate) für Grenzwellen, Kurzwellen und Seefunk über Satelliten brauche ich eigentlich jetzt nicht machen, da ich auf unserer Hanseat 70 so eine Anlage nicht einbauen werde. Für Langstreckenkommunikation habe ich ein wassergeschütztes Hand-Satellitentelefon, aber was ist in der Zukunft? Das Lernen fällt nicht leichter und über eine Funkanlage kann man kostenlos mit anderen Seglern kommunizieren und Emails versenden.

Wer mehr über das Beschränkt Gültige Funkbetriebszeugnis Short Range Certificate (SRC) wissen möchte folgt diesem Link:

http://www.pruefungsausschuss-bremen.org/nbsp-funk-nbsp/src.html

Wir konnten jetzt Papierseekarten von einem Rückkehrer aus der Karibik übernehmen!

Die Nordseekartensätze aus diesem Jahr, junge Karten durch den Englischen Kanal bis Gibraltar und dem Atlantik, sowie teilweise Antiquariatische Karibikkarten. Aber in der Karibik kann die letzte Vermessung schon mal 100 Jahre her sein, nur der Druck der Seekarten ist dann aktuell. Unser ältestes Stück ist eine Karte von Kuba aus unserem Geburtsjahr 1964 mit Berichtigungen bis 1972 und Basisdaten von 1938.

Auch bei den neuesten Karten heißt es immer Augen auf! , da z. B. Tonnen vertrieben oder gesunken sein können. Im Watt haben wir uns dann z. B. anhand des Oberflächenwassers und des Wellenbildes orientiert, die in Abhängigkeit der Tiefen und Strömungsgeschwindigkeiten unterschiedlich sind.

Mit unserem Jollenkreuzer haben wir damals auch nicht alle Wattfahrwasser und Priggenwege folgen müssen (Jetzt gibt es da Fahrverbote aus Naturschutzgründen). Erst mit unseren Kielschiffen haben wir nicht mehr so viel abgekürzt und sind mehr nach Seezeichen als nach „Wasserzeichen“ gefahren.

In der Karibik soll man sich in Bezug auf die Wassertiefen gut an der Wasserfarbe orientieren können und dazu möglichst beim Kurs Richtung Ankerbucht die Sonne im Nacken haben. So wie man auf der Nordsee, im Englischen Kanal und der Atlantikküste beim Ein- und Auslaufen zeitlich von der Tide abhängig ist, wird es in der Karibik der Sonnenstand sein. Wobei man beim Auslaufen der aufgezeichneten Wegstrecke des Kartenplotters folgen kann.

Als wir 1988 die Ostfriesischen Inseln und 1989 über Helgoland die Nordfriesischen Inseln besucht haben, mussten wir noch mit Kompass, Lot, Logge, Strömungs- und Tidentabellen sowie mit Taschenrechner, Navigationsbesteck und Papierseekarten navigieren.  Einen Funkschein habe ich auch erst 1990 gemacht. Erst einige Jahre später hatten wir unser erstes GPS Navigationsgerät, das uns dann eine präzisere Position lieferte und den Steuerkurs anzeigen konnte.

Seit 2008 navigieren wir noch komfortabler mit einem Seekartenplotter und seit 2011 werden zusätzlich Radar- und AIS-Signale angezeigt.

Dadurch benötigen wir die Papierseekarten in erster Linie nur noch dafür, einen besseren Überblick in unbekannten Gewässern zu bekommen.

Apropos elektronische Seekarten. Für unseren Kartenplotter werden wir kurz vor der Abreise aktuelle Seekarten kaufen und für unsere beiden Notebooks mit separatem GPS-Empfänger haben wir schon alle Seekarten mit entsprechendem Programm installiert. Für sie ist auch schon ein professionelles Strömungs- und Tidenprogramm avisiert.

Ein Notebook und GPS-Empfänger werden wir an Bord in Alufolie einpacken und als Ersatz nutzen können, falls ein Blitz unsere Hauptnavigationselektronik lahm legen sollte. Wir hätten in so einem Fall auch noch unseren alten Hand-GPS-Plotter sowie unser Sattelitentelefon und Handfunkgerät jeweils mit GPS-Empfänger zum Schutz vor Überspannungen im Backofen liegen. Zusammen mit den Papierseekarten hätten wir nach einem Blitzeinschlag noch reichlich Navigationsequipment als Reserve - aber wohl auch reichlich andere Probleme.

Ob wir auch einem Sextanten mit den benötigten Tabellen mitnehmen werden steht noch in den Sternen, aber mit der Sternennavigation werden wir uns ganz sicher in schönen Nächten auf See beschäftigen.