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Gestern ist die Amazone bei herrlichem Wetter aus dem Wasser gekommen und steht jetzt wohlbehalten auf ihrem Stammplatz in der Winterlagerhalle. Ein Boot, das erst im Kran hängt und dann an Land bewegt wird, wirkt auf mich immer irgendwie unbeholfen. Ich glaube, im Wasser fühlt es sich wesentlich wohler!
Die Bootsversicherung hat einen Sachverständigen beauftragt, die Amazone zu begutachten, um zu entscheiden, ob die Erweiterung des Fahrtgebietes durch die Versicherung abgedeckt werden kann. Heute war der große Tag der Besichtigung von Boot und Rigg. Was soll ich sagen - vielleicht war es der Amazone ein bisschen unangenehm, dass ein Fremder mit einer Taschenlampe in ihre hintersten Winkel und intimsten Regionen leuchtet und das Ganze auch noch fotografiert! Es blieb ihr aber nichts anderes übrig, als es über sich ergehen zu lassen. Jedenfalls hatte sie keinen Grund sich zu schämen, und ich glaube, sie hat den Gutachter von ihren Qualitäten überzeugen können!

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Schon wegen unserer tagelangen Fahrten auf der Nordsee war es für uns wichtig, an einem Sicherheitstraining teilzunehmen. Im März 2013 bot sich für uns durch einen Vereinskameraden des Wassersportverein Wulsdorf die Gelegenheit der Teilnahme an einem Sicherheitstraining der Firma Falck Safety Services. Diese Firma bietet in erster Linie zertifizierte Sicherheitslehrgänge für Mitarbeiter der Offshore Industrie an und wollte es jetzt mal mit uns Seglern ausprobieren.
In einer Gruppe von 10 Teilnehmern wurden wir zunächst theoretisch unterwiesen und anschließend von zwei zusätzlichen Trainern bei der praktischen Brandbekämpfung und dem Zünden von Seenotrettungsmitteln angeleitet.
Danach ging es mit angelegtem Überlebensanzug ins firmeneigene Wellen-Schwimmbecken zu verschiedenen Übungen, wie u. a. Verhalten im Wasser, Aufrichten einer Rettungsinsel, eine „Strickleiter“ an einer Bordwand aus dem Wasser heraus aufentern, Bergemanöver mit einer Seilwinde und zum Schluss bei Dunkelheit mit Blitzen, Sturm, Regen und Seegang die Rettungsinsel besteigen und eine Zeit darin verbleiben.
Und da wir für die Firma Falck Safty Services der erste Kurs mit Laien waren, gab es das ganze gegen eine freiwillige Spende in das bereitgestellte DGzRS-Schiffchen, anstelle einer Teilnehmergebühr. So konnte später der DGzRS ein mit Scheinen gut beladenes Schiffchen übergeben werden.
Es war für uns ein beeindruckendes Erlebnis, und wir hoffen, dass wir so ein Szenario niemals erleben müssen.
Nur das Thema Leckabwehr wurde nicht behandelt, aber dazu hatten wir schon im Februar 2013 einen Vortrag auf der boatfit in Bremen mit praktischer Vorführung an einem präparierten Kajütsegelboot gesehen.
So gehören nun neben Leckpfropfen und Keilen auch die spezielle Dichtmasse Stay Fload mit Spachtel zu unserer Sicherheitsausrüstung. Damit können Risse im GfK-Rumpf durch das Wasser nach einer Kollision eindringt von innen dicht gespachtelt werden.
P. S.: Ingo hatte bei der Marine auch schon mal den Lehrgang zum Schiffssicherungstruppführer besucht, aber das ist schon lange her und man lernt ja nie aus.
Es gibt auch ein Video von der Bergerolle der Fregatte Bremen, bei der Ingo von einer Rettungsinsel mit dem Hubschrauber abgeborgen wurde. Das war 1988 und hier ist der Link: http://www.youtube.com/watch?v=hhXJEuI2o0I
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Mit diesem Thema beschäftigt sich sicherlich jeder Segler, der über den Atlantik segeln möchte.
Für viele Segler ist es ein „must do“ und so nehmen dieses Jahr 280 Boote mit 1400 Teilnehmern an der gemeinsamen Vorbereitung und Überfahrt von Gran Canaria nach Saint Lucia mit einer Distanz von 2.700 sm teil.
Vieles spricht dafür, sich gemeinsam auf den Weg zu machen. Es entstehen in den zwei Wochen der Vorbereitung mit täglichen Events und Abendveranstaltungen sicherlich auch interessante Kontakte zu Gleichgesinnten. Für uns wirken aber solche riesigen Veranstaltungen ein bisschen abschreckend, und wir wollen uns auch nicht von zu vielen gut gemeinten Tipps verrückt machen lassen.
Wir sind offen und aufgeschlossen gegenüber allem Neuen. Es wird während unserer Reise sicherlich zu sehr interessanten Begegnungen mit anderen Menschen auch ohne diese Großveranstaltung kommen.
Uns stört auch der fixe Starttermin, der schon seit über einem Jahr im Voraus aus organisatorischen Gründen festgelegt werden muss. Für die ARC+Cape Verdes geht es am 09.11.14 um 13:00 Uhr los und für die ARC geht es am 23.11.14 um 13:00 Uhr los. Wenn für diese Zeiträume Flaute angekündigt ist, muss man sich sputen, noch schnell zusätzliche Dieselkanister kaufen zu können, bevor sie ausverkauft sind. Und auf der anderen Seite kann der Start auch sehr ungemütlich werden, weil es zu dem Zeitpunkt mehr als nötig weht.
Daher wollen wir uns, wie in der Vergangenheit auch, nur von der Wettervorhersage leiten lassen, wann wir den Hafen verlassen. Jedenfalls nicht bei angekündigter Flaute und nicht bei Sturm.
In der Konsequenz sind wir aber auch ohne die Teilnahme an der ARC terminlich tangiert, da wir bei unserer Törnplanung versuchen müssen, nicht in Häfen einzulaufen, in denen die freien Liegeplätze schon lange im Voraus nur für ARC-Teilnehmer reserviert wurden. Aber es gibt ja genügend Alternativen.
Hier sind die Termine für 2014:
ARC+ Cape Verdes
01 November 2014: Rally Office opens in Las Palmas, and shore-side activities start
04 November 2014: Last date for boat arrivals in Las Palmas
09 November 2014: ARC+ starts at 1300
19 November 2014: Restart from Cape Verdes
05 December 2014: Finish line closes in Saint Lucia
06 December 2014: ARC+ prize giving party in Saint Luci
ARC
10 November 2014: ARC Office opens in Las Palmas, and shore-side activities start
16 November 2014: Last date for boat arrivals in Las Palmas
23 November 2014: ARC starts! Cruising Division start at 1300
19 December 2014: Saint Lucia finish line closes
20 December 2014: ARC 2014 prize giving party in Saint Lucia
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Die Frage nach dem Wassermacher muss jetzt geklärt werden, da durch den hohen Strombedarf des Wassermachers der Energiehaushalt an Bord sehr stark tangiert wird. Wir haben mal pro und contra gegenüber gestellt.
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Pro |
Contra |
| Jederzeit frisches Wasser an Bord | Geräuschentwicklung |
| Kein zusätzlicher Seewassereinlass zum Geschirrspülen nötig. | Großer Installationsaufwand |
| Weniger einkaufen und tragen von Trinkwasserflaschen und seltener Wasser bunkern nötig | Hoher Wartungsaufwand |
| Nicht so viel Trinkwasserflaschen stauen | Platzbedarf für die Anlage |
| Kein Auffangen von Regenwasser nötig | Wesentlich mehr Energiebedarf |
| Viele tausend Euro Mehrkosten |
Wir sind ja mit 15 Monaten relativ kurz unterwegs und werden daher auf den Wassermacher verzichten und uns mit dem Organisieren von Wasser beschäftigen, anstelle einfach den Stromschalter umzulegen. Eine 1. Klasse Kreuzfahrt wird und soll unsere Reise sowieso nicht sein.
Daraus ergibt sich für die weitere Planung:
- Stromgenerator ist nicht nötig.
- Es werden weniger Solarpaneele benötigt.
- Der Windgenerator kann eine Klasse kleiner ausfallen, d. h. wir kaufen einen AirBreeze mit 200 W Leistung und den „Flüsterflügeln“ vom Silentwind, anstelle eines original Silentwind mit 400 W Leistung. Nebeneffekt ist, dass der AirBreeze schon bei weniger Wind Strom liefern kann als der Silentwind. Laut Testberichten ist der AirBreeze bei durchschnittlich unter 20 Knoten Wind zu empfehlen. Da wir auf der „Barfußroute“ unterwegs sein und Starkwindgebiete möglichst umsegeln wollen, kann sogar die effektive Stromausbeute des AirBreeze trotz der halben Maximalleistung des Silentwind ähnlich ausfallen.
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Gut ein Monat ist jetzt seit dem Start dieser Seite vergangen und für Tipps und Empfehlungen sind wir natürlich immer sehr dankbar! Wir können ja aus Fehlern anderer lernen und müssen nicht alle Fehler selber machen. Wir betreten Neuland, wenn man so will und da kann ja viel schiefgehen. Also – nicht verrücktmachen lassen und locker bleiben.
Gestern waren wir wegen der Impfungen beim Arzt, heute hat Antje die Teilnahme an einem speziellen Erste Hilfe Kurs an einem Wochenende in Hamburg gebucht, Freitag kommt der Segelmacher an Bord und nimmt Maß für ein Bimini. Ein neues Großsegel mit drei Reffreihen und eine neue Sturmfock sind auch schon bestellt und so geht es immer weiter. Spannend!
Am Wochenende wollen wir den Mast legen. Wenn das Boot an Land ist, kommt ein Sachverständiger unserer Versicherung und begutachtet die Amazone und das Rigg - wegen der Erweiterung des Fahrtgebietes.
Es gibt viel zu tun – packen wir’s an!
Antje und Ingo